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Der Körper in der Psychotherapie
Neue Erkenntnisse aus Wissenschaft, Psychotherapie und Praxis

Einjährige Fortbildung in
körperorientierter Psychotherapie
Fortlaufende Fortbildung


Zeitraum: März – Dezember 2018
Umfang: 20 Tage / 7 Wochenenden
und 3 Supervisionsabende

Die Teilnahme über vier einjährige Fortbildungsmodule wird von der Deutschen Gesellschaft von Körperpsychotherapie als Ausbildung anerkannt. Die Fortbildungen von 2004 – 2017 wurden von der Berliner Psychotherapeutenkammer zertifiziert, die Anerkennung für 2018 wird beantragt.

Kosten: 1880,- € (ohne Raumkosten)

Gesamtleitung. Auskünfte u. schriftliche Anmeldung:
Dr. Manfred Thielen, Cosimaplatz 2, 12159 Berlin
Tel: 030 22327203, Fax: 030 78958652
E-Mail: ma.thielen@gmx.de

Raum:
Institut für Humanistische Psychotherapie und Psychosomatik,
Brunnenstr. 181, 10119 Berlin-Mitte (U 8 Rosenthaler Platz)


 

Grundlagen und Vertiefung
(Neueinstieg möglich)


1.) 09. - 11.03.18 Manfred Thielen

Körperpsychotherapie und Humanistische Psychotherapie. Emotions- und Beziehungsfokussierung.


Die Körperpsychotherapie wurde historisch von Wilhelm Reich (1897 – 1957) begründet. Er war im engen Umkreis von Sigmund Freud und von 1924 – 1930 Leiter des „Technischen Seminars der Psychoanalyse“ in Wien. Ab 1934 entwickelte Reich seine „Vegetotherapie“, die die Grundlagen der Körperpsychotherapie legte. Eine weitere wichtige Quelle stellt die Körper- und Bewegungsarbeit von Elsa Gindler (1885 – 1961) dar. Historisch hat die Körperpsychotherapie einen psychoanalytischen, tiefen-psychologischen Hintergrund. Seit Mitte der 60er Jahren, in der Folge der „Human-growth“-Bewegung in Amerika und der Studentenbewegung hat sie sich aber zunehmend in Richtung Humanistische Psychotherapie entwickelt. Von ihrem Menschenbild, ihrer Erlebens- und Emotionsfokussierung, ihrer Arbeit im Hier und Jetzt, ihrer Betonung der interaktionellen Ich-Du-Beziehung und ihren körperorientierten Interventionstechniken u.a. gehört sie zur Humanistischen Psychotherapie (HP).
Auch ihre Beziehung zu anderen Richtungen der HP wie z.B. der Gestalttherapie, der Personenzentrierten Psychotherapie, dem Psychodrama u.a. wird hergestellt.
Im Workshop wird auf der Basis der Geschichte der Körperpsychotherapie ihr Humanistischer Charakter in Theorie und Praxis vorgestellt werden. Anhand von körperpsychotherapeutischen Übungen und Interventionen kann er selbsterfahrungsbezogen auch sinnlich erlebt werden.


2.) 20. - 22.04.18 Manfred Thielen

Körperpsychotherapie bei frühkindlichen Entwicklungsstörungen.


Nach den Erkenntnissen der pränatalen Psychologie und der körperorientierten Babytherapie können sich psychische Problematiken bereits in den Interaktionsprozessen der Mutter mit dem Embryo während der Schwangerschaft entwickeln. Nach den Erkenntnissen der peri- und postnatalen Psychologie können die Phasen und Matrixen vor der Geburt prägend für die psychische Entwicklung sein. Vor allem Angststörungen aber auch depressive Resignation können in der perinatalen Phase ihre Wurzeln haben.
Die Kern-Selbstentwicklung des Säuglings vollzieht sich nach der Säuglingsforschung (D. Stern u.a.) bereits ab dem 2. Lebensmonat. Durch Interaktionsstörungen und mangelnder Affektabstimmung zwischen den primären Bezugspersonen und dem Kind entstehen frühe Regulationsstörungen der affektiven Selbstregulation.
Der Körperpsychotherapeut G. Downing hat die Konzepte der affekt-motorischen Schemata und der Mikropraktiken entwickelt, die frühkindliche Bewegungs- und Verhaltensmuster prägen. Aus diesen Konzepten wurden Interventionen für die körperpsychotherapeutische Praxis entwickelt, die im Workshop erfahr- und erlebbar werden. Zusammenfasend werden in diesem Workshop körperpsychotherapeutische Vorgehensweisen bei prä-, peri-, postnatalen und frühkindlichen Störungen in Theorie und Praxis vermittelt.


3.) 25. - 27.05.18 Manfred Thielen

Körperpsychotherapie und Psychosomatik.


Ausgehend von der psychosomatischen Symptomatik können die ihr zugrunde liegenden emotionalen Konflikte durch körpepsychotherapeutische Methoden aufgedeckt werden. Sie zeigt in besonderer Weise die Dialektik von Psyche und Soma. In der Regel liegen den psychosomatischen Symptomen tiefe Muskelkontraktionen, vegetative und vor allem emotionale Störungen zugrunde.
Die körperpsychotherapeutischen Behandlungsmethoden und -techniken verstehen die Symptome als Signale des Körpers, die auf psychische Imbalancen hinweisen. Wenn das im psychosomatischen Symptom abgespaltene bzw. verdrängte oder unterdrückte Gefühl freigesetzt wird, dann kann es personenbezogenen gerichtet und der Bezug zu den biografischen Konflikten des Patienten hergestellt werden.
Im Mittelpunkt dieses Workshops steht die körperpsychotherapeutische Arbeit mit somatoformen, autonomen Funktionsstörungen, die auf der Basis der ihr zugrundeliegenden Persönlichkeitsproblematik behandelt werden.


4.) 22. - 24.06.18 Ebba Boyesen

Biodynamische Vegetotherapie:
Diagnostik, segmentäre Dynamik und Praxis.


Ausgehend von W. Reichs sieben Körpersegmenten geht E. Boyesen von 12 Segmenten aus, die sie in einer „Emotionalen Körperlandschaftskarte“ zusammengefasst hat. In jedem Segment sind spezifische Affekte, emotionale, libidinöse und psycho-sexuelle Impulse gebunden, die in der Regel durch frühkindliche Interaktionsstörungen der Eltern mit dem Kind entstanden sind. Die muskulären Verspannungen in diesen Segmenten bzw. ihre Gesamtheit nannte Reich Muskel- bzw. Körperpanzer.
In diesem Workshop werden die Diagnostik der segmentären Blockaden, Interventionen zu ihrer Lösung und der Freisetzung ihrer emotionalen und libidinösen Inhalte und zu deren analytischen Be- und Verarbeitung vermittelt. Die frühkindlichen Verinnerlichungen von muskulären, vegetativen und psychischen Blockaden und „Panzerungen“ führen in chronifizierter Form zu einer Charakterstruktur, in der unangenehme, verdrängte und abgespaltene Gefühle abgewehrt werden. Durch biodynamische Übungen und prozessorientierte Interventionen kann die Charakterabwehr gelockert bzw. „geschmolzen“ werden; die abgewehrten Gefühle und libidinösen und psychosexuellen Impulse können so freigesetzt und dem Bewusstsein zugänglich gemacht werden. Die psychischen und körperlichen Ressourcen können mobilisiert, die neurotischen Grenzen überschritten und die Vitalität von Körper und Psyche wieder hergestellt werden.


5.) 21. - 23.09.18 Anna Willach-Holzapfel

Körperorientierte Traumatherapie.


Ich stelle einführend einen körperorientierten und phasenspezifischen Ansatz vor, in dem verschiedene traumatherapeutische Verfahren (u.a. Somatic Experiencing, EMDR, Arbeit mit Imagination, Ego-States und das Wissen um dissoziative Prozesse) integriert werden und dessen Interventionen den unterschiedlichen Zielen der drei Phasen der Traumatherapie entsprechen: Stabilisierung, Konfrontation und Verarbeitung. An diesem Wochenende wird neben einer allgemeinen Einführung ein Schwerpunkt auf der dritten Phase, der Verarbeitungs- und Integrationsphase liegen.


6.) 02. - 04.11.18 Ulfried Geuter

Aktivieren und Ausdrücken – Regulieren und Modulieren: Zwei Prinzipien der Emotionsregulation in der körperpsychotherapeutischen Praxis


Manche Patienten sind in ihren Gefühlen gehemmt oder spüren nicht, was sie bewegt, andere werden von ihnen überrollt oder können impulsive Handlungen nicht bremsen. Die einen kontrollieren Emotionen zu viel, die anderen können es zu wenig. Zwei Pole in der Vielzahl der Möglichkeiten, wie emotionales Erleben gestört sein kann.
In der Körperpsychotherapie begegnen wir ihnen mit zwei Prinzipien: durch Aktivieren und Ausdruck einerseits, Regulieren und Modulieren andererseits. In meinem System von zehn Praxisprinzipien sind sie die zentralen zur Arbeit mit Dysregulationen emotionaler Erregung.
In dem Workshop möchte ich die unterschiedlichen Aufgaben der Emotionsregulation und ihre differentielle Indikation erläutern und zeigen, wie wir ihnen mit diesen beiden Prinzipien gerecht werden können. Vor allem über Atem und Bewegung können wir die emotionale Erregung sowohl steigern als auch abmildern. Auf der einen Seite ermutigen wir Patienten, Emotionen deutlicher zu erleben, indem sie diese ausdrücken, auf der anderen Seite helfen wir ihnen, Emotionen weniger zu erleben und sie zu steuern.
Beides fördert die Fähigkeit der Selbstregulation und die Möglichkeit, das eigene Leben mehr im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen und den Bedürfnissen der wichtigen Anderen zu leben. Anhand von Erfahrungssequenzen werden wir in dem Workshop erproben, wie wir die genannten Prinzipien in der Praxis umsetzen können.


7.) 14. - 16.12.18 Manfred Thielen

Körperpsychotherapie - Sexualität und sexuelle Störungen


Die Auseinandersetzung mit der Sexualität und sexuellen Problemen und Störungen der PatientInnen ist ein klassischer Gegenstandsbereich der Körperpsychotherapie. Auf dem Hintergrund der reichianischen Tradition und ihrer Weiterentwicklungen, der Entwicklungspsychologie, Säuglings- und Bindungsfor-schung werden die psychosexuellen Entwicklungsphasen des Kindes, einschließlich der Pubertät, zusammenfassend dargestellt.
Sexuelle Probleme und Störungen sind häufig Teil der Persönlichkeitsproblematik des Patienten und treten häufig in Verbindung mit Depressionen, Ängsten auf. In Theorie und Praxis wird der körperpsychotherapeutische Umgang mit Sexualität und sexuellen Störungen vermittelt. Körperpsychotherapeutische Interventionen zur Lockerung bzw. Lösung psychosomatischer Blockaden und Hemmungen können anhand eigener Erfahrungen erlebt werden. Die Integration des körperorientierten Vorgehens in den humanistischen Beziehungsprozess wird demonstriert.
Literatur: Harms, Thomas & Thielen, Manfred (Hg.) (2017): Körperpsychotherapie und Sexualität. Grundlagen, Perspektiven und Praxis. Gießen: Psychosozial-Verlag.


Die Workshops von Manfred Thielen beginnen jeweils freitags 17:00 Uhr und beinhalten 2 Stunden Supervision.
Die anderen Workshops beginnen freitags: 19:00 Uhr.

3 Supervisionsabende:
21.06.18, 13.09.18, 15.11.18 jeweils von 19:00 bis 21:20 Uhr
im Institut für Körperpsychotherapie Berlin, Cosimaplatz 2, 12159 Berlin


Info-Veranstaltung:

Donnerstag, den 18.01.2018 um 20:00 Uhr
im IfK Berlin, Cosimaplatz 2, 12159 Berlin
Bitte per Mail: ma.thielen@gmx.de anmelden.


Anmeldung:

Wir bitten um schriftliche Anmeldung per Fax oder E-Mail unter Angabe von Name, Beruf, Anschrift und Tel:/Fax/E-Mail.

Die Teilnahmekosten betragen für die einjährige Fortbildung 1880.- € (einmalig oder in 2 Raten a 940,- € oder in Raten a 470,- € möglich)
Die Teilnahmegebühr soll bis zum 1.3.18 auf folgendes Konto überwiesen werden: Manfred Thielen, Postbank Berlin, BLZ: 10010010
IBAN: DE46 1001 0010 0535 0581 26 - BIC: PBNKDEFF