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Der Körper in der Psychotherapie
Neue Erkenntnisse aus Wissenschaft, Psychotherapie und Praxis

Einjährige Fortbildung in
körperorientierter Psychotherapie
Fortlaufende Fortbildung


Zeitraum: März – Dezember 2019
Umfang: 20 Tage / 7 Wochenenden
und 3 Supervisionsabende

Die Teilnahme über vier einjährige Fortbildungsmodule wird von der Deutschen Gesellschaft von Körperpsychotherapie als Ausbildung anerkannt. Die Fortbildungen von 2004 – 2018 wurden von der Berliner Psychotherapeutenkammer zertifiziert, die Anerkennung für 2019 wird beantragt.

Kosten: 1880,- € (ohne Raumkosten)

Gesamtleitung. Auskünfte u. schriftliche Anmeldung:
Dr. Manfred Thielen, Cosimaplatz 2, 12159 Berlin
Tel: 030 22327203, Fax: 030 78958652
E-Mail: ma.thielen@gmx.de

Raum:
Institut für Humanistische Psychotherapie und Psychosomatik,
Brunnenstr. 181, 10119 Berlin-Mitte (U 8 Rosenthaler Platz)


 

Grundlagen und Vertiefung
(Neueinstieg möglich)


1.) 08. - 10.03.19 Manfred Thielen

Körperpsychotherapie bei Depression. Depression - Aggression


In der ambulanten Praxis gehören die verschiedensten Formen der Depression zu den häufigsten Krankheitsbildern. Depressive Symptome sind in der Regel Ausdruck ungelöster Konflikte, Defizite und unausgedrückter Affekte und Gefühle aus der Kindheit. Die affektive und emotionale Selbstregulation ist unterbrochen bzw. gestört, wobei die aversiven und insbesondere aggressiven Gefühle eine besondere Rolle spielen. Die depressive Problematik zeigt sich auch in der Körperhaltung, Mimik, Gestik, Atmung u.a.
In der Körperpsychotherapie gibt es eine Reihe von Methoden und Techniken, um die Aggressionshemmung des Depressiven zu lockern bzw. zu überwinden. Sie werden in ein humanistisches Verständnis der therapeutischen Beziehung integriert.
In dem Workshop werden verschiedene körperpsychotherapeutische Interventionen und Übungen für die Arbeit mit depressiven Menschen am eigenen Leib erlebbar, um sie in der eigenen Praxis später entsprechend anwenden zu können. Es wird zwischen Aggression (aggredi- hinzugehen, zupacken) und destruktiver Aggression unterschieden, auch die Bedeutung der „negativen Übertragung“ (W. Reich, Charakteranalyse) für den therapeutischen Prozess wird herausgearbeitet.


2.) 05. - 07.04.19 Manfred Thielen

Körperpsychotherapeutische Behandlungspraxis:
Ressourcenorientierung, Beziehungsarbeit, Regression, Umgang mit körperlichen und psychischen Abwehrphänomenen


Die Entwicklung der Ressourcen des Patienten spielt in der Körperpsychotherapie (KPT) als Richtung der Humanistischen Psychotherapie eine basale Rolle. Ressourcen der PatientInnen werden sowohl psychisch als auch körperlich exploriert und im Körper verankert. Die verschiedenen Beziehungsebenen: somatisch-vegetative Resonanz, Ich-Du-Beziehung und Übertragung und Gegenübertragung erden behandelt und praktisch demonstriert, wie mit ihnen in der KPT gearbeitet wird.
Eine fokussierte Regression kann zu den biografisch bedingten Grundwidersprüchen des Patienten führen. Von dem „Damals und Dort“ wird mit Hilfe der Progression zum „Hier und Heute“ aufgestiegen. Die auftretenden Abwehrphänomene und Widerstände des Patienten werden analysiert und bearbeitet. Dabei wird sich insbesondere auf die psychosomatischen Phänomene wie: Atemreduktion, muskuläre Verspannung (Muskelpanzer), chronische Hypotonie, unterentickelte oder defensiv verzerrte affekt-motorische Schemata u.a. konzentriert. Mit Hilfe des Konzepts der „korrektiven Erfahrung“ und des „emotionalen Nachnährens“ können früh- und kindliche Defizite und Verletzungen verarbeitet werden.
Modellhaft sollen die verschiedenen Phasen einer körperpsychotherapeutischen Einzelsitzung gezeigt und selbst erfahren werden. In allen Seminaren wird auf ein ausgewogenes Verhältnis von Theorie, Praxis und eigener Selbsterfahrung geachtet.


3.) 17. - 19.05.19 Manfred Thielen

Körperpsychotherapie und die moderne Form der charakterstrukturellen und persönlichkeitsbezogenen Arbeit


Ausgehend von den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie, speziell der Säuglingsforschung und der Neurowissenschaften, wird sich mit der psychosomatischen Charakterentwicklung und den entsprechenden Charakterstrukturen auseinandergesetzt.
In der Geschichte der Körperpsychotherapie hatte die charakteranalytische und körperorientierte Arbeit mit den verschiedenen Charakterstrukturen (Reich) einen wichtigen Stellenwert gehabt. In der modernen Körperpsychotherapie ist sie mehr in den Hintergrund gerückt, um einseitige und mechanische Zuschreibungen zu vermeiden. Doch das Wissen über die charakterstrukturellen und Persönlichkeits-Anteile des PatientIn ist wichtig und hilfreich, um Symptomatik und Komorbität der jeweiligen Problematik tiefer zu verstehen.
Am Beispiel der Depression und der Angst, den beiden Hauptsymptomen in der ambulanten psychotherapeutischen Praxis, sollen die dahinter liegenden Persönlichkeitsanteile herausgearbeitet und eine angemessene körperpsychotherapeutische Behandlungspraxis gezeigt und selbst erfahren werden.


4.) 21. - 23.06.19 Ebba Boyesen

Biodynamische Vegetotherapie: Diagnostik, segmentäre Dynamik und analytische Praxis, II


Ausgehend von W. Reichs sieben Körpersegmenten geht Ebba Boyesen von 24 Segmenten aus, die sie in einer „Emotionalen Körperlandschaftskarte“ zusammengefasst hat. In jedem Segment sind spezifische Affekte, emotionale, libidinöse und psychosexuelle Impulse gebunden, die in der Regel durch frühkindliche Interaktionsstörungen der Eltern mit dem Kind entstanden sind. Die muskulären Verspannungen in diesen Segmenten bzw. ihre Gesamtheit nannte Reich Muskel- bzw. Körperpanzer.
In diesem Workshop werden die Diagnostik der segmentären Blockaden, Interventionen zu ihrer Lösung und der Freisetzung ihrer emotionalen und libidinösen Inhalte und zu deren analytischen Be- und Verarbeitung vermittelt. Die psychischen und körperlichen Ressourcen können mobilisiert, die neurotischen Grenzen überschritten und die Vitalität von Körper und Psyche wiederhergestellt werden. Der Workshop ist eine Fortsetzung des Seminars von 2018, es kann aber auch an ihm teilgenommen werden, ohne an dem Seminar von 2018 teilgenommen zu haben.


5.) 13. - 15.09.19 Anna Willach-Holzapfel

Körper- und traumapsychotherapeutische Implikationen der Bindungstheorie in Theorie und Praxis.


Jedes Kind braucht zum Beginn seines Lebens eine sichere Bindung zu mindestens einer Fürsorgeperson, die sein Überleben sichert. Durch den sicheren, beruhigenden, liebevollen, körperlichen Kontakt in der Regel zu seinen Eltern lernt das kleine Kind, sich selbst zu regulieren und eine verlässliche Bindung zu sich und der Welt zu entwickeln. Die mit den Bezugspersonen der Kindheit erlebten Erfahrungen von Sicherheit bzw. Unsicherheit, Vernachlässigung und Gewalt haben jedoch tiefgreifende Folgen für die Betroffenen und ihr Bindungsverhalten. Die Entwicklung von Bindungsstilen ist die Antwort des Kindes auf die Erfahrung, die es zu Beginn seines Lebens mit seinen Bindungspersonen macht. Die Polyvagaltheorie von S. Porges hilft uns zu verstehen, wie wir sowohl bezogene,verkörperte und heilsame neue Erfahrungen einladen als auch mit den frühen, möglicherweise traumatischen Erlebnissen vorsichtig in Kontakt kommen können. Indem wir uns an diesem WE auch auf der „inneren Bühne“ der Verarbeitung von Bindungsverletzungen zuwenden, werden wir Elemente der Ego - State Therapie nutzen. Durch den stabilisierenden Kontakt zu ressourcenvollen „Ich-Anteilen“ wie die „innere Stärke“, die „idealen Eltern“ oder die „inneren Helfer“ usw. können auch intrapsychisch neue, körperlich erlebte , heilsame Bindungserfahrungen gemacht werden . Diesen Themen werden wir uns an diesem WE sowohl in Theorie als auch in Selbsterfahrung zuwenden.


6.) 25. - 27.10.19 Ulfried Geuter

Erkunden & Entdecken, Inszenieren & Interagieren -
Zwei Prinzipien körperpsychotherapeutischer Behandlungstechnik


Kennzeichen eines erlebenszentrierten Vorgehens der Körperpsychotherapie ist ein erkundendes, experimentelles Herangehen, bei dem sich der Patient seiner selbst mehr gewahr wird und die Muster seines Erlebens, Denkens, Handelns und seiner Beziehungen erfährt. Mit verschiedenen Techniken wie Tracking (kleine Veränderungen von Moment zu Moment verfolgen), Verstärken, Übertreiben, Vermindern, Unterdrücken, Gegenteiliges tun oder Unterschiede erkunden helfen wir ihm, Unentdecktes zu entdecken oder Unbemerktes zu bemerken. Ein besonderes Prinzip, um diesen Prozess zu fördern, ist das szenische Arbeiten. Wir führen den Patienten dahin, in der Therapie Szenen (z. B. eine Lebenserfahrung, einen Konflikt, ein Bild aus einem Traum) bewusst darzustellen. Dabei gehen wir manchmal von Enactments aus, in denen sich eine innere Erfahrung in einer Handlung mitteilt, und erkunden diese Erfahrung in einer aktiven Inszenierung. Wir führen szenische Dialoge mit eigenen Anteilen, einem Symptom, einem imaginierten anderen oder zwischen zwei anderen. Wir können Selbstanteile, Träume oder Traumata szenisch darstellten und bearbeiten. Der Patient kann etwas für sich durchspielen oder mit dem Therapeuten interaktiv Beziehungsmuster oder Übertragungen in emotional bewegten Handlungsdialogen durchgehen. In dem Workshop werden diese Behandlungsprinzipien erläutert und praktisch erprobt.


7.) 06. - 08.12.19 Manfred Thielen

Integrative Körperpsychotherapie


Die Integrative Körperpsychotherapie oder allgemeiner die Körperpsychotherapie integriert die relevantesten theoretischen und behandlungspraktischen Elemente der neoreichianischen und wahrnehmungsbezogenen Schulen. Zu den neoreichianischen Ansätzen gehören: Bioenergetik, Biodynamik, Biosynthese, Core-Energetik, Hakomi, Unitive Körperpsychotherapie u.a. Die wahrnehmungsbezogenen Ansätzen umfassen: Konzentrative Bewegungstherapie, Funktionelle Entspannung, Integrative Leib und Bewegungstherapie, die körperpsychotherapeutisch fundierte Tanz-, Bewegungs- und Ausdruckstherapie u.a.. Auch Aspekte der Analytischen Körperpsychotherapie werden berücksichtigt. Vor allem neoreichianischen Ansätze werden in einer integrativen Behandlungspraxis vorgestellt und für die Teilnehmer-Innen praktisch erfahrbar gemacht. Darüber hinaus werden die systemischen Aspekte der Körperpsychotherapie beleuchtet. Der Einzelne ist Teil verschiedener Systeme: der Familie, der Gruppe, der Gesellschaft, des ökologischen und globalen Systems. Die körperorientierte Aufarbeitung von gesellschaftlich geprägten Familienstrukturen legt einen besonderen Fokus auf die körperliche Dimension dieser Strukturen und die somatische Resonanz des Patienten. Die Integration dieser Aufarbeitung in das körperpsychotherapeutische Vorgehen soll dargelegt und praktisch erfahrbar gemacht werden.


Die Workshops von Manfred Thielen beginnen jeweils freitags 17:00 Uhr und beinhalten 2 Stunden Supervision.
Die anderen Workshops beginnen freitags: 19:00 Uhr.

3 Supervisionsabende:
27.6.19, 19:00-21:20, 5.9.19, 19:00-21:20, 7.11.19, 19:00-21:20
im Institut für Körperpsychotherapie Berlin, Cosimaplatz 2, 12159 Berlin


Anmeldung:

Bitte per Mail: ma.thielen@gmx.de anmelden.

Wir bitten um schriftliche Anmeldung per Fax oder E-Mail unter Angabe von Name, Beruf, Anschrift und Tel:/Fax/E-Mail.

Die Teilnahmekosten betragen für die einjährige Fortbildung 1880.- € (einmalig oder in 2 Raten a 940,- € oder in Raten a 470,- € möglich)
Die Teilnahmegebühr soll bis zum 1.3.19 auf folgendes Konto überwiesen werden: Manfred Thielen, Postbank Berlin, BLZ: 10010010
IBAN: DE46 1001 0010 0535 0581 26 - BIC: PBNKDEFF